Mode mit Bedeutung: Die Bonguile Collection von Gina Drewes

Sommerliche Leichtigkeit trifft auf echte Wirkung: Mit der Bonguile Collection verbindet Gina Drewes Mode, Haltung und soziales Engagement – und zeigt, dass Stil mehr kann als gut aussehen.


Wenn Mode zur Herzenssache wird

Manchmal beginnt alles mit einer Reise – und endet in einer Idee, die bleibt. Für Gina Drewes war ein Aufenthalt in Vilankulos genau so ein Moment. Dort kam sie erstmals mit dem Bonguile Project in Berührung, einer Vorschule im Stadtteil Quinto Congresso, die Kindern früh Zugang zu Bildung und Gemeinschaft ermöglicht. Was zunächst wie eine flüchtige Begegnung wirkte, entwickelte sich über die Zeit zu einer echten Verbindung. Eine, die sich nicht einfach abschütteln lässt – selbst dann nicht, wenn der Koffer längst wieder ausgepackt ist.

Getragen wird die Vorschule von ParCo, einer lokal verankerten Initiative, die sich auf nachhaltige Bildungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert. Rund 70 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren finden hier jedes Jahr einen geschützten Raum, in dem sie lernen, wachsen und erste Berührungspunkte mit der portugiesischen Sprache sammeln. Ein kleines Projekt mit großer Wirkung – und genau hier setzt die Idee hinter der Kollektion an.

Stoffe, die Geschichten erzählen

Zurück in Europa begann für Gina Drewes ein kreativer Prozess, der weit über klassische Designarbeit hinausgeht. Mit afrikanischen Baumwollstoffen im Gepäck entstanden Entwürfe, die nicht kopieren, sondern interpretieren. Keine direkten Zitate, keine klischeehaften Referenzen – vielmehr textile Erinnerungen, übersetzt in eine eigene, zeitgenössische Formsprache. Das Ergebnis: Mode, die leise erzählt, statt laut zu behaupten. 35 Prozent des Reinerlöses fließen direkt in die Zusammenarbeit mit ParCo und unterstützen die Bildungsarbeit des Bonguile Projects vor Ort. Ein Beitrag, der vielleicht klein beginnt, aber konkret wirkt.

Zwischen Alltag und Auszeit

Die Bonguile Collection umfasst zehn sogenannte „Surfer-Sets“ – luftige, unisex gedachte Zweiteiler, die sich mühelos zwischen City und Strand bewegen. Oversized Silhouetten treffen auf leichte Baumwolle, fließende Schnitte auf bewusste Reduktion. Die Pieces passen sich den Menschen an, nicht umgekehrt. Sie lassen Raum – für Bewegung, für Individualität und für alles, was dazwischen liegt. Die Designs leben von Farbe, Struktur und Rhythmus. Jedes Muster wirkt für sich, fügt sich aber gleichzeitig in ein stimmiges Gesamtbild ein. Nichts ist zufällig, aber auch nichts wirkt überladen.

Statt klassischer Drops folgt die Kollektion einem offenen Konzept: Ist ein Modell vergriffen, entsteht ein neues. Mode wird hier nicht als abgeschlossener Moment verstanden, sondern als Prozess – dynamisch, wandelbar und immer in Bewegung. Ganz so wie die Menschen, die sie tragen.