Zwischen Naturbeobachtung und präziser Konstruktion: Mit Claus Tyler entsteht eine Kollektion, die Fraktale nicht nur zitiert, sondern in Stoff übersetzt – ruhig, komplex und voller Bewegung.
Wenn Natur zur Struktur wird
Mit ECHI DI FRATTALITÀ führt Claus Tyler seine gestalterische Sprache konsequent weiter und richtet den Blick auf die leise Komplexität natürlicher Systeme. Inspiriert von fraktalen Mustern, organischem Wachstum und den wiederkehrenden Bewegungen von Licht und Zeit entsteht eine Kollektion, die Natur nicht abbildet, sondern interpretiert. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel von Ordnung und Freiheit – ein Spannungsfeld, das sich durch jedes einzelne Kleidungsstück zieht.
Material als Rhythmus
Die Stoffe wirken wie eigenständige Landschaften: strukturierte Bouclés, perforierte Oberflächen, durchbrochene Gewebe und schimmernde Jacquards erzeugen Tiefe und Bewegung. Was spontan und organisch erscheint, folgt einer klaren inneren Logik – ähnlich wie Blattadern, Lichtreflexe im Wald oder die feinen Verästelungen eines natürlichen Systems. Auch die Silhouetten greifen dieses Prinzip auf: präzise geschnittene Jacken treffen auf fließende Volumen, kompakte Formen auf weiche Linien. Bewegung entsteht hier nicht als Effekt, sondern aus der Konstruktion selbst.



Farbwelten zwischen Erde und Licht
Die Farbpalette bewegt sich zwischen Sand, Stroh und Stein und wird durch kühle Blautöne ergänzt. Akzente in Irisweiß, Gold und tiefem Nachtblau setzen gezielte Kontraste. Besonders die Blaunuancen ziehen sich als wiederkehrendes Element durch die Kollektion – mal ruhig und flächig, mal verdichtet in grafischen Prints. So entsteht ein visuelles Gleichgewicht zwischen Dichte und Leichtigkeit.



Prints als textile Malerei
Ein zentrales Element der Kollektion sind die Prints, die wie textile Kunstwerke wirken. Das Motiv „Heliconia in Bewegung“ übersetzt Blattstrukturen in kühle Blautöne und schafft eine fast meditative Tiefe. Die abstrahierten Formen wirken wie eingefrorene Bewegung – ruhig und dennoch lebendig. Im Kontrast dazu steht „Florale Explosionen“: ein intensives Zusammenspiel aus Gelb, Blau und Schwarz, das an expressive Acrylmalerei erinnert. Hier brechen Farben auf, verdichten sich und treffen auf die ruhigeren Stoffe der Kollektion – ein bewusst gesetzter Spannungsmoment.







