Venedig 2026: Diese Filme, Stars und Looks sorgen jetzt für Gesprächsstoff

Festival Cinema di Venezia 2026
Festival Cinema di Venezia 2026 (Photo by Daniele Venturelli)

Großes Kino, noch größere Roben und Stars, die schon bei der Ankunft per Wassertaxi für Paparazzi-Alarm sorgen: Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig verwandeln den Lido in die glamouröseste Bühne des Spätsommers. Zwischen heiß gehandelten Filmen, Dior-Eleganz und jeder Menge Transparenz liefert Intimissimi diesmal sogar Red-Carpet-Looks zum Nachshoppen.


Großes Kino mit Aussicht

In Venedig braucht es keine klassische Auffahrt. Hier gleiten die Stars per Boot über die Lagune, steigen möglichst fotogen am Hotel Excelsior aus und wechseln wenig später vom entspannten Tageslook in Haute Couture. Schon ist jene besondere Mischung aus Filmkunst, italienischem Flair und Fashion-Spektakel perfekt, die das Festival seit Jahrzehnten so unwiderstehlich macht.

Noch bis 12. September 2026 feiert die 83. Ausgabe internationale Premieren und bringt Hollywood-Größen, Nachwuchstalente und einige der wichtigsten Namen des Autorenkinos zusammen. Den Vorsitz der Jury im Hauptwettbewerb übernimmt in diesem Jahr Schauspielerin und Regisseurin Maggie Gyllenhaal. Insgesamt konkurrieren 21 Beiträge um den Goldenen Löwen und längst nicht jedes Drama spielt sich dabei nur auf der Leinwand ab.

Diese Filme geben den Ton an

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgt „Bunker“ von Florian Zeller. Penélope Cruz und Javier Bardem spielen darin ein Ehepaar, dessen Beziehung durch den Bau eines luxuriösen Schutzbunkers für einen Tech-Milliardär zunehmend unter Druck gerät. Der psychologische Thriller verbindet private Spannungen mit Fragen nach Macht, gesellschaftlicher Ungleichheit und der erstaunlich menschlichen Idee, sich vor dem Weltuntergang möglichst komfortabel einzurichten. Dass Cruz und Bardem auch abseits der Kamera verheiratet sind, verleiht der gemeinsamen Premiere natürlich noch eine Extraportion Star-Appeal. 

Ebenfalls im Gespräch ist „Primetime“, ein düsterer Crime-Thriller über eine junge Lockvogel-Ermittlerin innerhalb einer TV-Sting-Operation. Phoebe Bridgers gibt darin ihr Schauspieldebüt, während Robert Pattinson eine Figur verkörpert, die an den amerikanischen Fernsehmoderator Chris Hansen erinnert. Psychologisch unangenehm, moralisch kompliziert und damit ziemlich genau der Stoff, aus dem Festivaldiskussionen gemacht sind.

Leisere Töne schlägt „Place to Be“ von Kornél Mundruczó an. Ellen Burstyn spielt eine Witwe, die von Chicago nach New York reist, um eine verirrte Brieftaube zurückzubringen. Unterwegs begegnet sie einem glücklosen Geschäftsmann, dargestellt von Taika Waititi. Aus der ungewöhnlichen Konstellation entwickelt sich eine Geschichte über Freundschaft und emotionale Nähe. Burstyn wurde in Venedig zugleich mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk geehrt. 

Daneben reicht das Programm von Casey Afflecks Trauerdrama „Company“ bis zu Alex Gibneys vierstündiger Dokumentation „Musk“. Kurzum: Wer dachte, nur die Abendkleider hätten Überlänge, wird in diesem Jahr filmisch eines Besseren belehrt.

Mehr Drama pro Quadratmeter

Auf dem Red Carpet herrscht 2026 stilistisch eine klare Devise: Zurückhaltung darf gerne zu Hause bleiben. Transparente Stoffe, Vintage-Glamour, schimmernde Oberflächen und körpernahe Silhouetten bestimmen das Bild. Dazwischen sorgen präzise geschnittene Anzüge dafür, dass die Lagunenstadt modisch nicht vollständig im Tüll versinkt.

Phoebe Bridgers erschien zur Premiere von „Primetime“ in einem romantisch-düsteren McQueen-Kleid mit floralem Spitzenrock und sichtbarer Lingerie. Suki Waterhouse setzte bei ihrem seltenen gemeinsamen Auftritt mit Robert Pattinson ebenfalls auf Transparenz und kombinierte ihr verspieltes Saint-Laurent-Ensemble mit Strumpfhose und Slingbacks. Pattinson bildete dazu im weißen, fein gestreiften Dior-Doppelreiher den perfekten Kontrast. Eine rote Krawatte und braune Wildleder-Loafer nahmen dem Look genau so viel Förmlichkeit, dass er eher nach lässigem Filmstar als nach Vorstandssitzung am Canal Grande aussah. 

Vittoria Ceretti lieferte währenddessen in einer mit Kristallen besetzten Armani-Privé-Robe eine besonders elegante Version des Naked Dress. Pamela Anderson setzte auf leuchtende Farben und bewies einmal mehr, dass moderner Glamour keine feste Altersgrenze kennt. Amal Clooney wiederum verwandelte selbst ihre Auftritte abseits der Premieren in kleine Fashion-Momente – Polka Dots, Pailletten und perfekter Blow-out inklusive.

Dior kann auch leise glänzen

Neben Robert Pattinson brachte Dior weitere sehr unterschiedliche Interpretationen klassischer Abendgarderobe nach Venedig. Louis Garrel erschien in einem navyblauen Doppelreiher aus Wolle, kombiniert mit grauem Seidenhemd und schwarzen Leder-Derbys. Der Verzicht auf eine Krawatte verlieh dem Ensemble jene unangestrengte französische Eleganz, die aussieht, als wäre sie ganz zufällig entstanden. Spoiler: Ist sie natürlich nie.

Louis Garrel bei der Premiere von „Succederà Questa Notte“ im Rahmen der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. © Max Cisotti/Dave Benett/WireImage

Laura Dern wählte eine bestickte schwarze Spitzenrobe mit dunklen Kristallen und passenden Schuhen des Hauses. Ihr Beauty-Look hielt sich dagegen bewusst zurück: sanft gebräunte Haut, voluminöse Wellen und Curtain Bangs mit einem Hauch Sixties. Das Ergebnis wirkte glamourös, aber nicht verkleidet – und lieferte nebenbei eine ziemlich überzeugende Antwort auf die Frage, ob langes, stufiges Haar auch jenseits der 50 großartig aussehen kann.

Laura Dern bei der Premiere von „Wild Horse Nine“ im Rahmen der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. © Daniele Venturelli/WireImage

Lingerie macht jetzt Abendprogramm

Während die großen Modehäuser individuelle Kreationen über den Teppich schicken, geht Intimissimi in diesem Jahr einen Schritt weiter. Die Marke präsentierte zur Eröffnung ihre Nude Look Collection und bringt die gezeigten Modelle anschließend in ausgewählte Stores sowie in den Onlineshop. Red-Carpet-Glamour bleibt damit ausnahmsweise nicht exklusiv in Venedig zurück.

Festival Cinema di Venezia 2026
v.l.n.r: Stella Maxwell, Alana Felisberto, Faretta Radic, Alessandra Ambrosio, Emi Renata; © Photo by Daniele Venturelli

Im Mittelpunkt stehen drei Kleider aus charakteristischen Intimissimi-Materialien: Ultralight mit Kaschmir, Spitze und Tüll. Klare Schnitte treffen auf raffinierte Lagen und ein Spiel mit Transparenz, bei dem Lingerie bewusst Teil des Outfits wird. Bustiers, BHs, Bodys und Shapewear verschwinden nicht unter der Kleidung, sondern übernehmen sichtbar eine Hauptrolle.

Präsentiert wurden die Entwürfe von Alessandra Ambrosio, Stella Maxwell, Alana Lucio, Faretta Radic und Emi Renata. Für den Festivalauftritt erhielten ihre Looks individuelle Anpassungen: Ambrosio trug ein drapiertes langes Kleid aus Ultralight mit Kaschmir, Maxwell setzte auf Spitze und ein Balconette-Bustier. Faretta Radic erschien in zartem Macaron Rose, Alana Lucio in schwarzem Tüll und Emi Renata in einer Meerjungfrauen-Silhouette mit Samtstickerei und Pailletten. 

Shop the Red Carpet

Die ursprünglichen Versionen der Kleider sind nach dem Festival regulär erhältlich und lassen sich nach persönlichem Geschmack mit verschiedenen Lingerie-Pieces kombinieren. Damit wird aus einem inszenierten Promi-Look tatsächlich ein Outfit, das nicht nur auf Pressefotos existiert.

Venedig zeigt 2026 also nicht allein, welche Filme in den kommenden Monaten für Gesprächsstoff sorgen dürften. Auch modisch ist die Botschaft kaum zu übersehen: Transparenz bleibt, Lingerie darf sichtbar sein und ein Hauch Filmstar-Glamour muss nicht zwingend eine Sonderanfertigung bleiben. Das passende Wassertaxi ist allerdings weiterhin selbst zu organisieren.