Wien bei 30 Grad: 10 Orte, an denen die Stadt plötzlich angenehm kühl wird

30 Grad, die Straßen glühen und selbst der Eiskaffee schafft es nur noch bedingt, die Stimmung zu retten? Wien kann im Hochsommer ziemlich heiß werden. Zum Glück gibt es Orte, an denen sich die Stadt plötzlich ein paar Grad angenehmer anfühlt. Von Donauinsel bis Wienerwald: Diese zehn Cool-down-Spots sind jetzt Gold wert.


Wenn Wien zur Sauna wird

Der Asphalt flimmert, die Bim fühlt sich plötzlich wie ein mobiles Dampfbad an und jeder Schattenplatz wird zum begehrtesten Quadratmeter der Stadt. Willkommen im Wiener Hochsommer.

Gerade dicht bebaute Bezirke heizen sich an heißen Tagen ordentlich auf. Doch Wien hat einen entscheidenden Vorteil: Zwischen Häuserzeilen und Ringstraße liegen erstaunlich viele grüne und blaue Rückzugsorte. Wälder, Parks, Inseln und Naturbadeplätze sorgen dafür, dass sich der Sommer auch jenseits klimatisierter Räume genießen lässt. Also: Wasserflasche einpacken, Sonnenbrille auf – und abkühlen.

1. Alte Donau: Kurzurlaub mitten in Wien

Kaum irgendwo lässt sich so schnell vergessen, dass man sich noch immer in einer Millionenstadt befindet. Die Alte Donau ist an heißen Tagen Wiens Antwort auf akutes Fernweh: Wasser, Stege, grüne Ufer und jede Menge Möglichkeiten, zwischendurch einfach abzutauchen.

Wer nicht ins Wasser möchte, mietet ein Tret-, Ruder- oder Elektroboot und verbringt den Nachmittag auf dem Wasser. Besonders schön wird es gegen Abend, wenn die größte Hitze nachlässt und sich die Sonne langsam über der Skyline verabschiedet.

Urlaubsgefühl ohne Kofferpacken? Nehmen wir.

© WienTourismus/ Paul Bauer

2. Donauinsel: 21 Kilometer Sommerflucht

Wenn die Innenstadt brütet, ist die Donauinsel eine ziemlich zuverlässige Adresse. Auf rund 21 Kilometern gibt es jede Menge Platz zum Radfahren, Spazieren, Baden oder schlicht Nichtstun.

Besonders angenehm sind jene Abschnitte, an denen Bäume Schatten spenden und das Wasser nur wenige Schritte entfernt ist. Wer einen ruhigeren Platz sucht, muss meist nur ein Stück von den besonders beliebten Einstiegsstellen weggehen. Der Dresscode ist unkompliziert: Bikini, Sonnencreme und möglichst wenig Termindruck.

3. Lobau: Großstadt? Welche Großstadt?

Ein paar Kilometer können in Wien erstaunlich viel verändern. In der Lobau wartet eine Landschaft aus Auwald, Wiesen und Gewässern, die mit dem heißen Asphalt der Innenstadt nicht mehr viel gemeinsam hat.

Unter den Bäumen ist es an Sommertagen deutlich angenehmer, und schon ein Spaziergang durch die schattigen Wege bringt gefühlt ein kleines Temperatur-Reset. Wer hier unterwegs ist, bekommt Natur statt Häuserfassaden und Vogelgezwitscher statt Verkehrslärm. Nur eines sollte nicht fehlen: ausreichend Wasser. Denn auch der schönste Waldspaziergang ersetzt bei 30 Grad keine Trinkflasche.

4. Türkenschanzpark: Schattenplatz mit Stil

Der Türkenschanzpark gehört zu jenen Wiener Grünanlagen, die an heißen Tagen plötzlich noch sympathischer werden. Alte Bäume, große Wiesen und verschlungene Wege schaffen zahlreiche schattige Bereiche.

Dazu kommen Teiche, Brunnen und genügend Platz, um mit einem Buch unter einem Baum zu verschwinden. Wer keine Lust auf einen kompletten Ausflug aus der Stadt hat, bekommt hier eine unkomplizierte Portion Sommerfrische.

Picknickdecke dazu – fertig ist der Nachmittag.

© Stadt Wien

5. Schwarzenbergpark: Ab in den Wienerwald

Noch mehr Natur gibt es am westlichen Stadtrand. Der Schwarzenbergpark geht praktisch nahtlos in den Wienerwald über und ist damit perfekt für Tage, an denen Beton und Straßenlärm eine kleine Pause verdient haben.

Unter hohen Bäumen lässt sich spazieren, wandern oder einfach ein schattiger Platz suchen. Besonders am Vormittag und späteren Nachmittag fühlt sich die Gegend herrlich weit weg vom urbanen Hochsommer an. Technisch gesehen noch Wien. Emotional längst Landurlaub.

© Peter Gugerell

6. Prater Hauptallee: Grün statt Gluthitze

Die rund vier Kilometer lange Hauptallee ist nicht nur eine der schönsten Lauf- und Radstrecken der Stadt, sondern dank ihrer mächtigen Kastanienbäume auch eine willkommene Flucht vor der Sonne. Während sich andere Straßen längst aufgeheizt haben, sorgen die Baumkronen für Schatten und ein deutlich angenehmeres Mikroklima. Ideal für einen Spaziergang, eine entspannte Fahrradrunde oder eine kleine Pause im Grünen. Sportliche Höchstleistungen dürfen bei 30 Grad übrigens trotzdem warten. Der Prater läuft nicht weg.

7. Burggarten: Cool-down mitten im Zentrum

Stephansplatz, Graben, Ring – im ersten Bezirk kann die Hitze zwischen den Gebäuden schnell ordentlich werden. Umso schöner ist ein Abstecher in den Burggarten.

Die Grünfläche hinter der Hofburg bietet alte Bäume, Rasenflächen und schattige Plätze mitten im historischen Zentrum. Perfekt für eine Pause zwischen Shopping, Sightseeing oder Büro. Und das Beste: Für diesen Mini-City-Escape muss niemand erst eine halbe Stunde Richtung Stadtrand fahren.

© Peter Gugerell

8. MuseumsQuartier: Abkühlung mit Kunstfaktor

Wenn selbst der schönste Schattenplatz nicht mehr reicht, hilft nur noch eine radikalere Strategie: rein ins Museum. Das MuseumsQuartier ist dafür besonders praktisch. Zwischen Leopold Museum, mumok und weiteren Kulturangeboten lässt sich ein heißer Nachmittag hervorragend verbringen – mit Kunst statt UV-Strahlung und angenehm temperierten Innenräumen statt flimmerndem Asphalt. Kulturprogramm als Hitzeflucht klingt plötzlich erstaunlich attraktiv.

9. Krapfenwaldlbad: Schwimmen mit Aussicht

Schwimmbad ist nicht gleich Schwimmbad. Das Krapfenwaldlbad liegt erhöht am Rand des Wienerwalds und verbindet Abkühlung mit einem ziemlich spektakulären Blick über die Stadt.

Viel Grün und die Lage oberhalb des Zentrums sorgen für echtes Sommerfrische-Gefühl. Wer einen Tag am Wasser verbringen möchte, ohne Wien zu verlassen, findet hier eine der schönsten Adressen der Stadt. Fast schade, ins Becken zu springen – wäre es nicht so herrlich kühl.

10. Donaukanal: Wenn die Sonne langsam verschwindet

Mittags ist der Donaukanal nicht unbedingt der Ort, an dem man freiwillig stundenlang in der Sonne sitzen möchte. Sobald der Nachmittag Richtung Abend wandert, ändert sich das.

Dann wird aus dem Kanal wieder einer der entspanntesten Sommer-Treffpunkte der Stadt. Wasser, Drinks, Street Art und eine leichte Brise sorgen dafür, dass sich Wien nach Sonnenuntergang plötzlich wieder ausgesprochen sympathisch anfühlt. Der perfekte Spot also für alle, die tagsüber lieber im Schatten bleiben und den Sommer erst dann richtig feiern, wenn die Temperaturen ein Einsehen haben.