Ein halbes Jahrhundert als Gastgeber, rund 350 Gäste und jede Menge Wiener Lebensgefühl: Leopold „Poldi“ Huber feierte im Schreiberhaus gemeinsam mit Familie, Freunden und prominenten Wegbegleitern sein großes Jubiläum. Zwischen Schreiberhaus-Münzen, Weinsegen und Live-Musik wurde der Heurige in Neustift am Walde zum wohl geselligsten Treffpunkt des Wiener Spätsommers.
Ein Abend wie ein Heimkommen
Es gibt Lokale, die besucht werden – und es gibt Orte, an denen man sich längst zu Hause fühlt. Das Schreiberhaus in Neustift am Walde gehört für viele Wiener eindeutig zur zweiten Kategorie. Seit Jahrzehnten wird hier gegessen, angestoßen, gefeiert und vermutlich auch die eine oder andere Geschichte erzählt, die besser am Tisch bleibt.
Am 10. September stand allerdings eine ganz besondere im Mittelpunkt: Leopold „Poldi“ Huber feierte 50 Jahre als Gastgeber. Gemeinsam mit seiner Tochter Stephanie Huber-Jordan lud er Familie, Freunde und langjährige Wegbegleiter zu einem Jubiläumsabend, der Wiener Heurigenkultur mit großer Bühne verband.

Rund 350 Gäste aus Kunst, Kultur, Wirtschaft, Medizin, Medien und Society folgten der Einladung. Schon beim Champagner-Empfang auf dem Red Carpet zeigte sich: Dieser Abend sollte nicht nur ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte werden, sondern vor allem ein Fest für jene Menschen, die das Schreiberhaus geprägt haben.
„Das Schönste an 50 Jahren Schreiberhaus sind nicht die Jahre selbst, sondern die vielen Menschen und Geschichten, die dieses Haus geprägt haben“, sagte Poldi Huber. Eine passendere Zusammenfassung des Abends hätte es kaum geben können.
Eine Münze mit Geschichte
Bevor das offizielle Programm begann, durften die Gäste am traditionellen Prägestock ihre persönliche Schreiberhaus-Münze anfertigen. Eine Erinnerung zum Mitnehmen – und zugleich eine charmante Einstimmung auf jenen Programmpunkt, der später für besonders emotionale Momente sorgte.
Durch den Abend führte Moderator und Kabarettist Dieter Chmelar. Nach der Begrüßung durch Poldi Huber und Stephanie Huber-Jordan wurden Persönlichkeiten geehrt, die mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement bleibende Spuren hinterlassen haben.

Eine Auszeichnung ging posthum an Peter Alexander, dessen 100. Geburtstag 2026 gefeiert wird. Seine Schwiegertochter Rafaela Alexander-Neumayer nahm die Schreiberhaus-Münze stellvertretend entgegen. Für ihr Lebenswerk wurden Schauspieler Gerhard Ernst sowie Schauspielerin und Sängerin Maria Bill ausgezeichnet.
Weitere Münzen erhielten Opernsängerin Natalia Ushakova, Model Nadine Mirada, Ärztin und Moderatorin Christine Reiler, die Schauspielerinnen Lilian Klebow und Barbara Wussow sowie Schauspieler Albert Fortell.
„Die Schreiberhaus-Münze ist seit jeher ein Symbol für die besondere Verbindung zwischen unserem Traditionshaus und seinen Wegbegleitern“, erklärte Poldi Huber. Sie würdige Menschen, die mit ihrer Kunst, ihrem Engagement und ihrer Persönlichkeit das gesellschaftliche Leben bereichern.
Ein Stück Heimat für unterwegs
Für Barbara Wussow war die Ehrung weit mehr als ein offizieller Programmpunkt. Die Schauspielerin besucht das Schreiberhaus bereits seit ihrer Kindheit und bezeichnete es als ihr „erweitertes Zuhause“.
Die Münze wolle sie als Glücksbringer mit aufs „Traumschiff“ nehmen. Für sie sei die Auszeichnung „ein Stück Heimat, ein Stück Neustift, ein Stück Schreiberhaus“. Auch Gerhard Ernst verband mit dem Ort das Gefühl des Heimkommens. Seit vielen Jahren feiert er dort Geburtstage und schätzt jene besondere Atmosphäre, die beim Betreten des Hauses sofort spürbar werde.

Lilian Klebow wiederum würdigte die Authentizität des Gastgebers und die Leidenschaft, mit der auch Tochter Stephanie Huber-Jordan das Familienunternehmen weiterführt. Die Schreiberhaus-Münze sei eine ehrliche Form der Anerkennung – und damit manchmal wertvoller als jede große Inszenierung.
Wiener Tradition trifft Live-Musik
Kurz vor der Eröffnung des Buffets wurde es feierlich: Die Original Deutschmeister zogen gemeinsam mit der Neustifter Winzerkrone und den Weinhütern ins Schreiberhaus ein. Dompfarrer Toni Faber segnete anschließend den Wein und bat um Gesundheit, Glück und viele weitere genussvolle Stunden.
Seinen Segen beendete er mit einer Formel, die dem Abend vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben wird: „Bitte, Danke, Bussi, Amen.“
Danach eröffnete Familie Huber das Buffet, während Entertainer Gregor Glanz mit einer Live-Performance für Stimmung sorgte. Saxofonist Tom X begleitete den Abend musikalisch. Spätestens jetzt war aus dem offiziellen Festakt jenes gesellige Miteinander geworden, für das das Schreiberhaus seit Jahrzehnten bekannt ist.
Prominente Gratulanten in Neustift
Unter den Gästen befanden sich neben den Geehrten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. Mit Poldi Huber feierten unter anderem Nikolaus Fortell, Christoph Fälbl, Andrea Händler, Eva Billisich, Julia Cencig, Serge Falck, Stefan Wessel, Kathi Stumpf, Alexander Beza, Heribert Kasper, Artur und Kristina Worseg, Sabrina Wlk, Simone und Jacqueline Lugner, Sabine Apfolterer, Roman Schindler, Martina Kaiser und Alexander Höfler.
Auch Adi Weiss und Michael Lameraner ließen sich den Jubiläumsabend nicht entgehen. Viele der Anwesenden verbindet eine lange persönliche Geschichte mit dem Haus – entsprechend familiär blieb die Stimmung trotz Red Carpet und prominenter Gästeliste.















Ein Familienbetrieb mit Zukunft
Für Stephanie Huber-Jordan war das Fest nicht nur ein Blick zurück. „Das Schreiberhaus ist für mich nicht nur ein Familienbetrieb, sondern ein Zuhause voller Erinnerungen“, sagte sie. Das Jubiläum sei zugleich ein Dankeschön und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.

Seit 1989 führt Leopold Huber das Schreiberhaus, heute gemeinsam mit seiner Tochter. Die Weinbautradition der Familie reicht bis ins Jahr 1720 zurück. Das liebevoll restaurierte Winzerhaus wird gern als „Wohnzimmer von Neustift“ bezeichnet – nicht daheim und doch zu Hause.
Im Laufe der Jahre gingen hier auch internationale Größen wie Elizabeth Taylor, Frank Sinatra, Luciano Pavarotti, Bud Spencer und Peter Falk ein und aus. Falco und Udo Jürgens gehörten ebenfalls zu den prominenten Gästen.
Doch an diesem Abend ging es weniger um große Namen als um ein einfaches Prinzip: Eine offene Tür, ein gedeckter Tisch und Menschen, die gerne zusammenkommen. Vielleicht ist genau das das Geheimnis von 50 Jahren Gastfreundschaft.
@ alle Bilder: Michael Kobler


