Nach den Ferien heißt es wieder: früh aufstehen, still sitzen und konzentrieren. Das gelingt nicht immer auf Knopfdruck. Regelmäßige Bewegung kann Kindern helfen, leichter in den Schulrhythmus zurückzufinden und lässt sich unkomplizierter in den Alltag integrieren, als der volle Familienkalender vermuten lässt.
Mit Schwung zurück in den Schulalltag
Der Wecker klingelt wieder verdächtig früh, die Schultasche wartet auf ihren Einsatz und aus wochenlanger Ferienfreiheit wird plötzlich ein ziemlich straffer Stundenplan. Der Start ins neue Schuljahr verlangt Kindern einiges ab: Aufmerksamkeit, Ausdauer, Koordination und die Fähigkeit, über längere Zeit ruhig zu sitzen. Genau Letzteres gehört allerdings nicht unbedingt zu den natürlichen Lieblingsbeschäftigungen des Nachwuchses.

Statt den Bewegungsdrang als Gegenspieler des Lernens zu betrachten, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Wer zwischendurch läuft, balanciert, hüpft oder einen Ball wirft, macht nicht automatisch eine Pause vom Denken. Körperliche Aktivität kann vielmehr dazu beitragen, dass der Kopf anschließend wieder aufnahmefähiger ist. Der Schulstart beginnt deshalb nicht zwingend am Schreibtisch – manchmal liegt der bessere Anfang auf dem Spielplatz.
Wenn Körper und Kopf gemeinsame Sache machen
Bewegung stärkt Muskeln, Knochen und Kreislauf. Das ist bekannt. Doch auch Konzentration, motorische Fähigkeiten und Wohlbefinden können davon profitieren. Eine von der Weltgesundheitsorganisation ausgewertete Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Sportunterricht, bewegte Lernformen und regelmäßige körperliche Aktivität wahrscheinlich auch schulische Leistungen positiv beeinflussen. Der Zusammenhang ist komplex und lässt sich nicht bei jedem Kind gleich messen – ausreichend gute Gründe für mehr Bewegung gibt es dennoch.
Besonders interessant werden Übungen, bei denen der Körper nicht auf Autopilot schaltet. Wird das Hüpfen beispielsweise mit Zahlen, Farben oder kleinen Merkaufgaben kombiniert, müssen mehrere Fähigkeiten gleichzeitig zusammenspielen. Die Bewegung wird geplant, eine Information verarbeitet und die passende Reaktion abgerufen. Der Kopf absolviert gewissermaßen sein eigenes kleines Workout – ganz ohne Vokabelheft und erhobenen Zeigefinger.

Lernen darf spielerisch sein
Damit Bewegung langfristig Teil des Alltags wird, braucht es weder Bestzeiten noch Nachwuchstalente mit Profiambitionen. Entscheidend ist, dass Kinder gerne mitmachen. Druck, komplizierte Regeln und ständige Leistungsvergleiche sind dabei ungefähr so motivierend wie ein unangekündigter Mathetest am Montagmorgen.
Besser funktionieren kurze Spiele, die Neugier wecken und schnelle Erfolgserlebnisse ermöglichen. Ein Hindernisparcours im Wohnzimmer, Balancieren auf einer gedachten Linie oder eine Klatschfolge, die nachgemacht und erweitert wird, reichen oft schon aus. Auch beim Ballwerfen lassen sich Denkaufgaben einbauen: Bei jedem Fang wird ein Tier genannt, in Dreierschritten gezählt oder ein Begriff aus einer zuvor festgelegten Kategorie ergänzt. Scheitert die Reihenfolge, beginnt das Spiel einfach von vorne. Perfektion ist schließlich keine Voraussetzung für Spaß.
Solche Aktivpausen müssen keinen zusätzlichen Termin im ohnehin gut gefüllten Familienkalender beanspruchen. Schon der Schulweg zu Fuß, eine Runde auf dem Roller, zehn Minuten Fangen im Park oder Tanzen zum Lieblingssong bringen Schwung in den Tag. Aus „Wir müssten uns mehr bewegen“ wird so eine Beschäftigung, die fast nebenbei passiert.
Die Idee hinter „Beweg dich schlau!“
Wie sich körperliche Aktivität und Denkaufgaben miteinander verbinden lassen, zeigt das Bewegungs- und Bildungsprogramm „Beweg dich schlau!“ von Felix Neureuther. Die Grundlagen wurden gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München entwickelt. Im Zentrum stehen spielerische Übungen, die motorische und kognitive Aufgaben verknüpfen und unabhängig von Alter oder sportlichem Leistungsstand Freude an Aktivität vermitteln sollen.

Die Idee geht auf Neureuthers Erfahrungen als Skirennläufer zurück. Schon während seiner aktiven Karriere kombinierte er körperliches Training mit Aufgaben für Reaktion und Koordination. 2014 entstand daraus das Konzept, das heute unter anderem in Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen und Ferienprogrammen eingesetzt wird.
Dabei können Kinder etwa Bewegungen mit Farben, Zahlen oder Symbolen verbinden, Klatschfolgen nachahmen, auf instabilen Untergründen das Gleichgewicht halten oder gemeinsam kleine Parcours bewältigen. Neben Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit spielen auch Kommunikation und Teamgeist eine Rolle. Der Wettbewerbsaspekt bleibt Nebensache – entscheidend ist, dass alle mitmachen können.
Familien Natur Resort Moar Gut im Salzburger Großarltal
Vom 5. bis 12. September 2026 ist Felix Neureuther im Rahmen der Woche „Ready for School“ im Moar Gut persönlich vor Ort. Geplant sind altersgerechte Einheiten, bei denen Bewegung und Konzentrationsaufgaben miteinander kombiniert werden. Das Arrangement ist damit vor allem ein Praxisbeispiel dafür, wie sich das Prinzip in ein Ferienprogramm übertragen lässt. Die Übungen selbst sind jedoch keineswegs an einen Hotelaufenthalt gebunden: Vieles funktioniert ebenso auf dem Schulhof, im Garten oder zwischen Sofa und Kinderzimmer.
Der klügste Start braucht keine Stoppuhr
Mehr Bewegung im Familienalltag muss weder kompliziert noch besonders sportlich sein. Schon kleine aktive Momente können helfen, langes Sitzen zu unterbrechen, neue Energie zu mobilisieren und gemeinsam Spaß zu haben. Ob dabei gerechnet, geklatscht, balanciert oder einfach wild getanzt wird, ist zweitrangig.
Vielleicht lautet die wichtigste Erkenntnis zum Schulbeginn deshalb: Lernen findet nicht ausschließlich im Sitzen statt. Manchmal kommt der beste Gedanke eben erst dann, wenn vorher eine Runde gehüpft wurde.



