Sara Nuru ist Unternehmerin, Model, Speakerin und Autorin. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sali gründete sie das Social Business nuruCoffee und den Verein nuruWomen. Während das Unternehmen fair gehandelten Bio-Kaffee aus Äthiopien vertreibt, unterstützt der Verein Frauen im Herkunftsland ihrer Eltern dabei, wirtschaftlich unabhängig zu werden – unter anderem durch Mikrokredite und Bildungsangebote. Ihr Engagement verbindet Unternehmergeist mit dem Anliegen, Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Nina Schöfl hat mit ihr gesprochen und für uns die Person Sara Nuru näher kennengelernt.
Wie machst du deinen (Berufs-)Alltag zu einem, der dir entspricht?
Ich habe gelernt, meinen Berufsalltag immer stärker danach auszurichten, was mir wirklich wichtig ist. Früher habe ich sehr vieles angenommen und versucht, überall gleichzeitig zu sein. Heute frage ich mich bewusster: Wo kann ich wirklich etwas beitragen? Was gibt mir Energie? Und was passt zu meinen Werten und zu meinem Leben? Gerade als Unternehmerin und Mutter ist Zeit für mich zu einer der wertvollsten Ressourcen geworden. Deshalb versuche ich, meinen Alltag nicht nur nach Terminen, sondern nach Prioritäten zu gestalten – auch wenn mir das natürlich nicht immer gelingt.
Was war ein prägender Wendepunkt deiner Karriere?
Ein entscheidender Wendepunkt war für mich die Gründung von nuruCoffee gemeinsam mit meiner Schwester Sali. Bis dahin war meine Karriere stark von Möglichkeiten geprägt, die von außen an mich herangetragen wurden. Mit der Gründung habe ich zum ersten Mal selbst entschieden, was ich aufbauen, wofür ich stehen und welche Wirkung ich mit meiner Arbeit erzielen möchte. Aus einer persönlichen Verbindung zu Äthiopien und dem Wunsch, wirtschaftliches Handeln mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden, ist etwas Eigenes entstanden. Das hat mein Verständnis von Erfolg grundlegend verändert.
Welchen Ratschlag kannst du für unsere Leserinnen davon ableiten?
Wartet nicht darauf, dass euch jemand die perfekte Möglichkeit anbietet oder euch das Gefühl gibt, bereit zu sein. Manchmal entsteht der richtige Weg erst, wenn man anfängt, ihn selbst zu gehen. Und gerade bei großen Entscheidungen muss man nicht schon alle Antworten kennen. Ich hatte bei der Gründung vieles noch nie gemacht. Entscheidend war, dass ich wusste, warum ich es machen wollte. Dieses Warum trägt einen auch durch die Phasen, in denen es schwierig wird.
Deine Notiz an dein 18-jähriges Ich
Vertrau dir mehr. Du musst nicht alles sofort wissen und du musst auch nicht jedem gefallen. Viele Dinge, von denen du heute glaubst, dass sie über deinen Wert oder deinen Erfolg entscheiden, werden irgendwann völlig unwichtig sein. Bleib neugierig, geh deinen eigenen Weg und hab keine Angst davor, ihn unterwegs immer wieder zu verändern. Und vor allem: Erfolg fühlt sich am schönsten an, wenn du ihn nicht nur für dich selbst definierst.
Ein Symbol, das dich geprägt hat
Kaffee. Kaffee steht für mich für viel mehr als ein Getränk. Er verbindet mich mit meinen äthiopischen Wurzeln, mit meiner Familie und mit meinem Weg als Unternehmerin. Durch Kaffee habe ich verstanden, wie eng Konsum, globale Wirtschaft und die Lebensrealitäten von Menschen miteinander verbunden sind – aber auch, wie viel wir durch unternehmerisches Handeln verändern können. Aus etwas Alltäglichem ist für mich ein Symbol für Herkunft, Begegnung und Selbstbestimmung geworden.
Als Nächstes ist Daniela Hruschka zu Gast. Daniela ist Österreichs Wirtschaftsastrologin und deutet auch bei look! die Sterne für die Wirtschaft. Wie sie aus ihrer Leidenschaft ein eigenes Unternehmen gemacht hat und was es dafür gebraucht hat, erzählt sie im nächsten Teil der Kolumne. Ein Gespräch, das Mut macht, den eigenen Weg weiterzugehen.
Über mich: Kolumnistin Nina Schöfl stellt sich vor
In dieser Kolumne darf ich meine Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Ich hole Unternehmerinnen vor den Vorhang, die durch ihr Tun Vorbilder für andere sind. Ich freue mich, wenn wir uns hier auf diesem Wege gemeinsam von ihnen inspirieren lassen.
Was ich abseits dieser Kolumne mache? Ich bin selbstständige Kommunikationswissenschaftlerin. Ich konzipiere, organisiere, schreibe für mein Leben gerne und begleite unter studio.k Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, auf ihrem Weg zu mehr Sichtbarkeit und Struktur im Marketing.
Mit meiner Initiative Mission Traumberuf zeige ich jungen Menschen auf ungezwungene und positive Art und Weise, wie der Alltag in verschiedenen Berufen tatsächlich aussehen kann und mache ihnen Mut, dass es ihn gibt: den Job, der den eigenen Fähigkeiten und Werten entspricht. Und dass es wert ist, nach ihm zu suchen und dabei die Extrameile zu gehen.




