Dolce Vita auf vier Rädern: Louis Vuitton schickt 21 Traumautos durch die Dolomiten

Von Venedig über die Dolomiten bis nach Monza: Beim Louis Vuitton Dolomites Classic Run 2026 treffen 21 außergewöhnliche Oldtimer auf spektakuläre Landschaften, italienische Kultur und eine ziemlich große Portion Glamour. Vier Tage lang wird das goldene Zeitalter des Automobils wieder lebendig – stilechter könnte ein Roadtrip kaum sein.


Wenn der Weg das eigentliche Ziel ist

Manche Reisen beginnen mit einer Bordkarte, andere mit dem tiefen Brummen eines historischen Motors. Beim Louis Vuitton Dolomites Classic Run 2026 fällt die Entscheidung eindeutig zugunsten der zweiten Variante aus. Vom 1. bis 4. September führt das Event von der venezianischen Riviera über die Bergpässe der Dolomiten bis nach Monza.

Vier Tage, rund 600 Kilometer und 21 Oldtimer aus renommierten internationalen Sammlungen: Die Route verbindet Automobilgeschichte mit jener Art von Italienreise, bei der bereits der Blick aus dem Fenster großes Kino ist. Wobei „Fenster“ bei einigen der offenen Klassiker wohl eher großzügig ausgelegt werden muss. Sonnenbrille und Seidentuch dürften jedenfalls nicht schaden.

Der Dolomites Classic Run knüpft an eine Tradition an, die Louis Vuitton 1993 begann. Frühere Ausgaben führten durch Malaysia, die Toskana, China und Böhmen. Der bislang letzte Classic Run endete 2012 in Venedig – genau dort nimmt das Abenteuer 14 Jahre später wieder Fahrt auf.

Kein Rennen für Bleifüße

Auch wenn einige der teilnehmenden Fahrzeuge auf eine beachtliche Motorsportvergangenheit zurückblicken, geht es bei diesem Run nicht um Höchstgeschwindigkeit. Ausgetragen wird eine Gleichmäßigkeitsfahrt, bei der Präzision, Navigation und das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine zählen.

Der Sieg gehört also nicht automatisch dem schwersten Gasfuß. Entscheidend ist, bestimmte Streckenabschnitte möglichst exakt in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Das klingt zunächst entspannter als ein klassisches Autorennen, verlangt am Steuer aber Konzentration, Fingerspitzengefühl und ein ziemlich gutes Verhältnis zur Stoppuhr.

Zwischen kurvigen Passstraßen, wechselnden Höhenmetern und jahrzehntealter Technik wird aus der Fahrt damit eine stilvolle Präzisionsprüfung. Wer hier zu spät kommt, kann sich immerhin damit trösten, ausgesprochen fotogen unterwegs gewesen zu sein.

Eine automobile Gästeliste mit Starpotenzial

Das Teilnehmerfeld liest sich wie die Besetzung eines sehr luxuriösen Films. Bentley, Bugatti, Mercedes-Benz, Aston Martin, Ferrari, Maserati, Lamborghini und Lancia schicken keine gewöhnlichen Gebrauchtwagen, sondern seltene Einzelstücke mit bewegter Vergangenheit auf die Straße.

Zu den berühmtesten Modellen zählt ein Mercedes-Benz 300 SL Gullwing von 1954, der einst auf der London Motor Show präsentiert wurde und später beinahe zwei Jahrzehnte auf einer Apfelfarm in Sussex verbrachte. Heute gehört der Flügeltürer zu jenen Klassikern, bei denen selbst Menschen ohne große Motorenkenntnis kurz ehrfürchtig stehen bleiben.

Noch filmreifer wird es beim Lamborghini Miura P400 von 1968. Das Fahrzeug war in der Eröffnungsszene des Kultfilms „The Italian Job“ zu sehen und wurde mit seiner Fahrt durch die italienischen Alpen selbst zur Leinwandikone. Nun kehrt es gewissermaßen an den Ort seines berühmtesten Auftritts zurück – ein Comeback, für das nicht einmal ein neues Drehbuch nötig war.

Auch mehrere Ferrari-Raritäten sind dabei, darunter ein 250 GT Zagato, verschiedene Modelle der 275-GTB-Reihe und zwei legendäre California Spyder. Letztere verkörpern bis heute den Glamour der Riviera: offenes Verdeck, elegante Linien und die dezente Botschaft, dass ein Roadtrip durchaus mit Stilbewusstsein vereinbar ist.

Grand Tour mit Kulturprogramm

Die Route ist weit mehr als eine schöne Kulisse für kostbare Automobile. Sie führt zu historischen Villen, Museen und bedeutenden Kulturstätten und verbindet damit Technik, Architektur und italienisches Lebensgefühl.

Gestartet wird an der Villa Pisani in Stra, die als „Königin der venezianischen Villen“ bekannt ist. Das barocke Anwesen an der Brenta bildet den Auftakt zu einer Reise, die anschließend in Richtung Dolomiten führt. Weitere Stationen verbinden den Run mit dem Palazzo Ducale in Venedig, der Villa Reale in Monza und dem Castello Sforzesco in Mailand.

Louis Vuitton unterstützt entlang der Strecke verschiedene Restaurierungs- und Kulturprojekte. Dazu gehören Arbeiten an der Sala di Bacco der Villa Pisani, an der Villa Reale sowie an der Sala delle Asse im Castello Sforzesco, die mit Leonardo da Vinci verbunden ist. Der Roadtrip richtet den Blick damit nicht nur auf mobiles Kulturgut, sondern ebenso auf jene Orte, durch die es fährt.

Vom Oldtimer-Traum zum „Temple of Speed“

Das große Finale wartet am 4. September in Monza. Auf dem Autodromo Nazionale di Monza, dem legendären „Temple of Speed“, paradieren die Klassiker zur Eröffnung des Formel-1-Wochenendes. Dort begegnet die Ingenieurskunst vergangener Jahrzehnte der modernen Welt des Motorsports.

Im Anschluss werden die teilnehmenden Fahrzeuge bis 6. September in der Villa Reale di Monza öffentlich ausgestellt. So können die Raritäten nach 600 Kilometern durch Norditalien noch einmal in Ruhe bestaunt werden – ganz ohne vorbeiziehende Landschaft und Fahrtwind.

Auch die Trophäe verbindet Design und Tradition: Sie wurde von Sabine Marcelis entworfen, vom venezianischen Glashaus Venini gefertigt und reist stilecht in einem eigens angefertigten Louis-Vuitton-Koffer. Bei einem Event, das selbst die Siegerehrung zur Designfrage macht, wäre ein gewöhnlicher Pokal schließlich ein wenig unterdressed.