Der stille Glaubenssatz im Hintergrund
Perfektionismus, Imposter-Syndrom, ständiges Vergleichen mit anderen oder das endlose Aufschieben von Träumen und Projekten – oft haben diese Dinge denselben Ursprung: den Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein. Ein Gedanke, der Menschen klein hält, Chancen verhindert und viele davon abhält, das Leben zu leben, das sie sich eigentlich wünschen. Und gleichzeitig ein Gedanke, der mit der Wahrheit wenig zu tun hat.
Der Blick aus dem Fenster
Manchmal liegt die Antwort näher, als es scheint. Ein Blick auf einen Baum reicht oft schon aus, um etwas Entscheidendes zu erkennen. Von einem Baum wird nicht erwartet, innerhalb weniger Wochen vollständig ausgewachsen zu sein. Niemand verlangt von ihm, perfekt auszusehen oder etwas anderes zu werden, als das, was er ist. Eine Eiche muss keine Tulpe sein und ein junger Baum wird nicht dafür verurteilt, noch im Wachstum zu sein. Der Natur wird vertraut. Wachstum darf Zeit brauchen.
Auch der Mensch ist Natur
Wie Pflanzen und Tiere ist auch jeder Mensch einzigartig. Unterschiedliche Wege, unterschiedliche Fähigkeiten und unterschiedliche Aufgaben gehören zum natürlichen Lauf des Lebens. Der eigene Wert entsteht nicht erst durch Leistung, Erfolg oder Perfektion. Er war immer schon da – allein durch das eigene Sein. Wenn Menschen sich selbst dauerhaft infrage stellen, zweifeln sie letztlich an derselben Natur, die überall sonst als selbstverständlich akzeptiert wird. Dabei macht die Natur keine Fehler. Und auch Wachstum verläuft nicht linear, perfekt oder gleichmäßig.
Sich selbst wieder mit anderen Augen sehen
Vielleicht liegt die eigentliche Herausforderung nicht darin, „genug“ zu werden, sondern endlich aufzuhören, das Gegenteil zu glauben. Denn nicht alles, was Zeit braucht, ist zu wenig. Nicht alles, was noch wächst, ist unfertig. Und nicht alles, was anders aussieht als erwartet, ist falsch.



