Ein Restaurant mit Bewegungsstudio, Frites mit niederländischem Akzent, japanische Teller zum Teilen und eine Bar mit Vorliebe für Wermut: Vier neue Wiener Adressen bringen Abwechslung in die Ausgehpläne. Und liefern gute Gründe, die Stammplatzroutine kurz zu unterbrechen.
Appetit auf einen Tapetenwechsel
Das Lieblingslokal kennt die Bestellung, die Begleitung kennt die Karte, und eigentlich ist alles wunderbar. Trotzdem darf ein Abend gelegentlich anders schmecken. Wiens jüngere Gastrozugänge machen es leicht, neugierig zu bleiben: Manche verbinden gleich zwei Lebenswelten, andere widmen sich mit großer Hingabe einer einzigen Spezialität. Zwischen Brigittenau, Neubau und Margareten warten vier Konzepte, die einen eigenen Besuch wert sind.
Tisch & Matte: Balance mit Besteck
Bei Tisch & Matte in der Brigittenau liegen Bewegung und Essen erfreulich nah beieinander. Michaela Illetschko und Navid Adham verbinden ein Restaurant mit einem Studio für Yoga, Pilates und Tanz. Die Kombination lässt genug Freiheit für einen entspannten Tagesablauf: erst eine Einheit auf der Matte, später ein gemütliches Dinner – oder einfach direkt an den Tisch. Sportliche Vorleistungen verlangt die Speisekarte schließlich keine.
Kulinarisch treffen saisonale Zutaten aus der Region auf Aromen aus dem östlichen Mittelmeer. Gemüse bekommt viel Aufmerksamkeit, Lunch und Abendessen haben gleichermaßen ihren Platz. Das Besondere ist die Verbindung von körperlichem Wohlbefinden und geselligem Genuss, die sich hier ganz selbstverständlich unter einem Dach entfaltet. Zu finden ist Tisch & Matte in der Treustraße 27, 1200 Wien.
Susuru: Gemeinsam wird’s japanisch
Eine dampfende Schüssel, mehrere kleine Teller und eine Runde, die sich durch unterschiedliche Aromen kostet: Susuru bringt japanische Izakaya-Kultur in die Kirchengasse. Ramen, Japanese Tapas und Sake prägen das Konzept, dessen Name übersetzt „schlürfen“ bedeutet. Die Tischgesellschaft darf sich also kurz von ihrer geräuschlosen Perfektion verabschieden.
Besonderes Gewicht bekommt die pflanzenbasierte Ausrichtung. Gerichte wie Kräuterseitling-Tempura oder Agedashi Tofu mit frittiertem Mochi zeigen, wie vielseitig sich die Idee auf dem Teller entfaltet. Das gemeinsame Probieren macht den Besuch zum geselligen Abendprogramm: Eine Bestellung wandert in die Mitte, die nächste wird schon diskutiert. Susuru liegt in der Kirchengasse 18, 1070 Wien.
Bitterbar: Feierabend mit feiner Herbe
Am Margaretenplatz bekommt der Aperitivo einen eigenen Treffpunkt. Die Bitterbar setzt auf Wermut und die entspannte Idee einer Nachbarschaftsbar. Auf der Getränkekarte stehen unter anderem eine Edition von Burschik mit der Bitterbar, Wermut Tonic und „Rosso 05“ mit Orangen-Espuma. Hier darf der erste Schluck ruhig ein wenig Charakter zeigen.
Ins ehemalige Café Romeo ist damit ein Konzept eingezogen, das den frühen Abend zum Anlass macht. Besonders angenehm: Die Bar arbeitet ohne Reservierungen. Ein spontanes Treffen muss also weder Wochen im Voraus geplant noch im Gruppenchat zur organisatorischen Großveranstaltung erklärt werden. Einfach ankommen, Platz finden und schauen, wohin sich das Gespräch entwickelt. Die Adresse lautet Margaretenplatz 5, 1050 Wien.


