Pink Ribbon in Wien: Ein Abend im Zeichen der Solidarität – und des Abschieds 

Berührende Gespräche, ein stiller Abschied und gemeinsames Feiern für den guten Zweck: Im Grand Hotel Wien eröffnete die Österreichische Krebshilfe die 24. Pink Ribbon-Aktion. Beim anschließenden „Grand Weibs Clubbing“ bekam der Zusammenhalt auch einen Platz auf der Tanzfläche.


Eine rosa Schleife mit großer Bedeutung

Manche Accessoires sagen mehr als viele Worte. Das Pink Ribbon gehört dazu: Die kleine rosa Schleife steht für Solidarität mit Brustkrebspatientinnen und ihren Angehörigen. Am 1. Oktober kamen rund 250 Gäste aus Politik, Medizin und Wirtschaft sowie zahlreiche Betroffene im Grand Hotel Wien zusammen, um den internationalen Brustkrebsmonat einzuläuten. Ein Auftakt, der Raum für persönliche Erfahrungen und Hoffnung bot – diesmal aber auch für Trauer.

Ein Platz blieb frei

Die Nachricht vom Tod der ehemaligen Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky bewegte die Gäste bereits beim Empfang. Als langjährige Pink Ribbon-Botschafterin war sie der Österreichischen Krebshilfe eng verbunden und gehörte über viele Jahre zu den vertrauten Gesichtern ihrer Veranstaltungen. Die rosa Schleife trug sie bei öffentlichen Auftritten mit großer Selbstverständlichkeit.

„Andrea wäre natürlich auch heute dabei gewesen. Ihr Platz bleibt nun leider frei“, sagte Krebshilfe-Geschäftsführerin Doris Kiefhaber in ihrer Eröffnungsrede. Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden der engagierten Wegbegleiterin, die an den Folgen ihrer Krebserkrankung verstorben war.

Zuhören, wenn es persönlich wird

Im anschließenden Bühnengespräch gehörte die Aufmerksamkeit zwei Frauen, die offen über ihre Brustkrebsdiagnose und das Leben mit der Erkrankung berichteten. Gemeinsam mit Palliativmedizinerin Eva Masel, Brustkrebsexperte Max Marhold und Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda sprachen sie über medizinische Herausforderungen, Ängste und darüber, was während und nach der Behandlung Halt geben kann.

Durch die Runde führte Uschi Pöttler-Fellner, die sich seit vielen Jahren als Botschafterin für die Aktion engagiert. Die persönlichen Schilderungen machten deutlich, wie viel hinter einer Diagnose steckt und wie wichtig es ist, neben der medizinischen Versorgung auch Sorgen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Zusammenhalt wird sichtbar

Auch außerhalb des Veranstaltungssaals setzt der Oktober Zeichen. Das Pink Ribbon an der Fassade des Österreichischen Parlaments trägt das Anliegen in den öffentlichen Raum. Die Krebshilfe würdigte dafür die Unterstützung von Präsidentin Doris Bures und allen im Parlament vertretenen Parteien.

Anerkennung galt außerdem Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner für die Zusammenarbeit, unter anderem beim Patientinnen-Kongress, sowie für die rosa Beleuchtung ihres Amtssitzes am Minoritenplatz. Ebenso bedankte sich die Organisation bei ihren langjährigen Partnern: Ihr Engagement ermöglicht konkrete, professionelle Hilfe für Erkrankte und deren Familien.

Unter den Gästen waren unter anderem Christine Marek, Monika Ballwein, Sabine Hauswirth, Bettina Weniger-Assinger, Eva Pölzl, Evelyne Hillinger, Pia Baresch, Manfred Ainedter, Heribert Kasper, Atousa Mastan, Wolfgang und Marion Nachtwey, Inge Klingohr, u. v. m.

Auf die Tanzfläche, für den guten Zweck

Nach dem offiziellen Auftakt durfte der Abend leichter werden. Uschi Pöttler-Fellner und Mona Maier, Direktorin des Tourismusverbands Obertauern und ebenfalls Pink Ribbon-Botschafterin, baten zum „Grand Weibs Clubbing“. Gemeinsam feiern und dabei etwas bewegen: Der Reinerlös kommt der Österreichischen Krebshilfe und damit der Unterstützung von Brustkrebspatientinnen zugute.

So fanden an diesem Abend stille Erinnerung, offene Gespräche und ausgelassene Stimmung ihren Platz. Verbunden durch ein Anliegen, das weit über den Oktober hinausreicht: Frauen mit Brustkrebs nicht allein zu lassen.

© alle Bilder: Monika Fellner