Laut, lyrisch, JAN: Ein Wiener Punk-Poet legt los

© Georg Böhm

Jahrelang blieben seine eigenen Songs privat. Jetzt macht JAN sie öffentlich: Mit der Single „Ode an die Faszination“ gibt der Wiener einen ersten Vorgeschmack auf sein Debütalbum. Am 4. November folgt die Release Show im B72.


Wenn Gedanken laut werden

Es gibt Gedanken, die passen in kein Tagebuch. Sie brauchen eine Melodie, ein Mikrofon und gelegentlich etwas mehr Lautstärke. JAN hat solche Gedanken lange für sich behalten. Musik machte der Wiener zwar schon seit Jahren, auf der Bühne spielte er bislang aber vor allem die Songs anderer. Nun bekommen seine eigenen Geschichten ihren Auftritt: Seit 25. September ist „Ode an die Faszination“ zu hören, die erste Single aus seinem kommenden Album „Das ist alles erst der Anfang“.

Gitarre statt Gebrauchsanweisung

Aufgewachsen in Wien Floridsdorf, brachte sich JAN das Gitarrespielen selbst bei. Sein Unterricht bestand aus Ausprobieren und Dranbleiben – auch dann, wenn die Finger und die Stimme längst eine Pause verlangt hätten.

Beruflich führte sein Weg zunächst in eine andere Richtung: Er stand als CEO an der Spitze verschiedener Unternehmen und ist heute selbstständig. Die Musik blieb dabei ein fester Bestandteil seines Lebens. Der erste eigene Release kommt also mit reichlich Erfahrung im Gepäck. Nur das Etikett „Debüt“ ist neu.

Klare Worte mit Zwischentönen

Als „Wiener Punk-Poet“ beschreibt JAN weniger ein festes Genre als seine Haltung. Rock trifft auf Punk-Attitüde, direkte Sprache auf Zeilen, die etwas offenlassen. Seine Texte erzählen von Erinnerungen und Beobachtungen, vom Durchhalten, Zweifeln und Wiederaufstehen. Manchmal gehört auch ein beherztes Draufscheißen dazu. Das Leben hält sich schließlich selten an einen hübsch sortierten Plan.

Dabei haben die Worte ihr eigenes Gewicht. Manche Passagen könnten auch ohne musikalische Begleitung als kleine Gedichte bestehen. Hochglanz um jeden Preis ist dagegen nicht sein Ziel. „Es ist, was es ist. Also machen wir es so gut, wie es jetzt sein kann“, sagt JAN. Ein angenehm pragmatischer Ansatz in einer Welt, in der selbst Spontaneität gern noch einmal nachbearbeitet wird.

© Georg Böhm

Faszination statt der üblichen Liebeserklärung

Seine erste Single widmet sich dem Moment, in dem etwas alle bisherigen Vorstellungen übertrifft. „Ode an die Faszination“ nähert sich diesem Gefühl, ohne daraus eine klassische Liebeserklärung zu machen. Schon der Titel lässt Raum für mehr als die vertraute Herz-Schmerz-Geschichte.

Der Song gibt damit einen ersten Eindruck von JANs musikalischem Zugang: unmittelbar, von den Texten getragen und mit einer Portion Eigensinn.

Neun Songs und ein ziemlich entschlossenes Trotzdem

Am 4. November 2026 erscheint „Das ist alles erst der Anfang“. Die neun Stücke stammen aus JANs eigener Feder; für die Aufnahmen holte er weitere Musiker an seine Seite. Inhaltlich geht es um Liebe und Leben, Brüche und Widersprüche – und um den Entschluss, etwas trotzdem zu wagen. Auch wenn die Zweifel mitreden und längst nicht feststeht, wohin der nächste Schritt führt.

Passend dazu wird der Veröffentlichungstag gleich zum Konzertabend: Am Mittwoch, 4. November, lädt JAN ab 18:30 Uhr zur Album Release Show ins Wiener B72. Dort kommen die neuen Songs erstmals live auf die Bühne. Ein Albumtitel als Ansage – und der passende Abend, um ihn beim Wort zu nehmen.

Weitere Informationen gibt es auf jan-laut.com.