Women of the Week: Meryl Streep

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Während viele Karrieren in Hollywood nach dem 40. Geburtstag leiser werden, scheint ihre immer lauter zu werden. Mit mehr als zwei Dutzend ikonischen Rollen, unzähligen Preisen und einer beeindruckenden Gelassenheit gegenüber dem Schönheitsdruck der Branche sorgt Meryl Streep erneut für Gesprächsstoff – mit der Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“.


Eine Legende kehrt zurück

Wenn ein Film ein Comeback feiert, das die Modewelt und Kinofans gleichermaßen elektrisiert, dann hat sie meist ihre Finger im Spiel. Die Rückkehr von „Der Teufel trägt Prada – Teil 2“ bringt nicht nur nostalgische Gefühle zurück, sondern rückt auch wieder eine Schauspielerin ins Rampenlicht, die längst zu den prägendsten Persönlichkeiten Hollywoods gehört.

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Mit 21 Oscar-Nominierungen hält Meryl Streep einen Rekord, den bislang niemand in der Schauspielbranche übertreffen konnte. Drei der begehrten Trophäen hat sie gewonnen – eine Karrierebilanz, die selbst in der glamourösen Filmwelt außergewöhnlich ist. Doch ihre Bedeutung lässt sich nicht allein an Zahlen messen. Es ist ihre Fähigkeit, Figuren Leben einzuhauchen, die sie zu einer der faszinierendsten Schauspielerinnen ihrer Generation macht.

Von New Jersey nach Hollywood

Geboren 1949 in New Jersey, entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Bühne bereits früh im Schultheater. Der Weg führte sie später an renommierte Universitäten, wo sie Schauspiel studierte und ihre Ausbildung mit einem Master abschloss.

Schon kurz darauf begann eine Karriere, die schnell Fahrt aufnahm. Ende der 1970er-Jahre betrat sie erstmals die große Leinwand – und machte sofort Eindruck. Nur ein Jahr nach ihrem Filmdebüt folgte bereits eine Oscar-Nominierung. Der endgültige Durchbruch kam wenig später mit einem bewegenden Scheidungsdrama, für das sie ihren ersten Academy Award gewann. Von da an gehörte sie zu den spannendsten neuen Stimmen des amerikanischen Kinos.

Rollen mit Tiefgang

Während viele Schauspielerinnen auf einen bestimmten Typ festgelegt werden, entwickelte sie eine Karriere, die von Wandel geprägt ist. Mal verkörpert sie eine KZ-Überlebende, mal eine investigative Journalistin, eine konservative Nonne oder eine kompromisslose Geheimdienstchefin. Dann wieder überrascht sie mit humorvollen Rollen oder romantischen Figuren. Diese enorme Bandbreite machte sie zu einer der wandlungsfähigsten Darstellerinnen Hollywoods. Kritiker beschreiben ihre Präsenz oft als außergewöhnlich – eine Mischung aus Intelligenz, Emotionalität und subtiler Ironie.

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Alterslos – ganz ohne Hollywood-Tricks

In einer Branche, die Jugend oft über alles stellt, ist ihre Karriere eine kleine Revolution. Während viele Schauspielerinnen über Schönheitsoperationen oder drastische Imagewechsel sprechen, ging sie stets einen anderen Weg. Natürlichkeit und Selbstbewusstsein sind zu ihrem Markenzeichen geworden. Gerade deshalb wirkt sie heute so modern: weil sie zeigt, dass Erfolg im Film nicht zwangsläufig von äußeren Idealen abhängt.

Engagement jenseits der Kamera

Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich seit vielen Jahren auch politisch und gesellschaftlich. Themen wie Gleichberechtigung, Umweltschutz oder Frauenrechte liegen ihr besonders am Herzen. Immer wieder nutzt sie öffentliche Auftritte, um auf Missstände hinzuweisen – lange bevor Debatten über Sexismus in der Filmindustrie weltweit Schlagzeilen die Runde machten.

Privatleben ohne Drama

Während viele Stars regelmäßig mit Schlagzeilen über ihr Privatleben in den Medien auftauchen, hält sie ihr persönliches Umfeld bewusst aus dem Rampenlicht. Jahrzehntelang war sie mit dem Bildhauer Don Gummer verheiratet, mit dem sie vier Kinder hat. Ihr Leben spielte sich meist fernab von Hollywood in Connecticut ab – ein Kontrast zur glitzernden Filmwelt.

Eine Karriere ohne Ablaufdatum

Heute, Jahrzehnte nach ihrem ersten Auftritt vor der Kamera, gehört sie noch immer zu den gefragtesten Schauspielerinnen der Branche. Ihre Rollen sind reifer geworden, komplexer, oft politischer – aber nie weniger faszinierend. Genau darin liegt vielleicht das Geheimnis ihrer Karriere: Sie hat sich nie neu erfunden, sondern ist einfach mit ihren Figuren gewachsen.