In der neuesten Ausgabe des Wiener Bezirksblatt lässt Uschi Pöttler-Fellner in ihrer Kolumne „look!“ einen Gedanken aufblitzen, der, einmal ausgesprochen, früher oder später in Taten umgesetzt werden will: Ein neues Jahr, neue Vorsätze – und irgendwo zwischen Motivation und Verdrängung wartet ein ganz besonderer Stapel auf seine Bestimmung…
Zwischen Tragtasche und Tränchen
Um es kurz zu machen: Der eindrucksvolle Jeans-Stapel, die seit langer Zeit im ehemaligen Kinderzimmer vor sich hindümpelt, ist größer geworden. Drei zu eng gewordene Lieblings-Jeans sind dazugekommen und warten im Kreis der textilen Kolleginnen geduldig auf Entsorgung. Ich möchte sie in guten Händen wissen, denn jede Hose erzählt eine Geschichte. Habe mich also entschlossen, die Hosen in kleine Stapel aufzuteilen, in gefällige Tragtaschen zu packen und an mehreren Adressen abzugeben: Humana, Caritas, Volkshilfe, zwei Second Hand-Shops stehen auf der Liste.
Sie merken, ich bin eine Frau der Tat! In unserem Haushalt stehen übrigens zahlreiche Tragtaschen, gefüllt mit Klamotten, aus denen ich rausgewachsen bin. Taschen mit Blusen, Pullovern und T-Shirts, anmutig dazwischen sind Koffer mit ehemaligen Lieblingskleidern platziert. Oh ja, ich bin die Meisterin des Ausmistens, allerdings mache ich auf halber Strecke schlapp.
Denn sobald die erstklassig in Schuss befindlichen Teile in den diversen Tragtaschen gelandet sind, überkommt mich Sentimentalität. Ich will das Zeug weghaben und es doch nicht hergeben. Die wenig glanzvolle Aussicht ist, zu enden wie der legendäre Marcel Prawy, der seinen Erben Hunderte Tragtaschen mit Hausrat, Kleidung und skurillen Inhalten hinterließ. Ich weiß nicht, ob die Menschen, die Prawys Nachlass endgültig entsorgt haben, darüber entsetzt oder belustigt waren, aber ich verstehe meinen Mann, wenn er betrübt auf Dutzende Tragtaschen blickt und murmelt: „Normal ist das nicht!“ Eh nicht. Aber es ist „schonend ausmisten“.
Mehr dazu in der neuen Ausgabe vom Wiener Bezirksblatt!


