Neue Sehnsuchtsorte, persönliche Erlebnisse und Gastfreundschaft mit Charakter: Der Gipfelstürmerinnen Tourismus Talk versammelte bei Marco Simonis Frauen, die der Branche Impulse geben. Ein Austausch über das Reisen von morgen – und die Menschen, die es möglich machen.
Hinter den schönen Aussichten
Ein Hotel, dessen Atmosphäre sofort ankommen lässt. Ein Restaurant, das noch lange nach dem letzten Gang in Erinnerung bleibt. Ein Tag am Berg, der den Kopf frei macht. Reisen lebt von solchen Momenten. Damit sie entstehen, braucht es Menschen mit Ideen, Erfahrung und dem Gespür dafür, was Gäste bewegt.
Diese Perspektiven brachte der Gipfelstürmerinnen Tourismus Talk bei Marco Simonis zusammen. Im Mittelpunkt standen veränderte Reisewünsche und digitale Entwicklungen ebenso wie unternehmerische Verantwortung und die Rolle von Frauen in der Branche.
Am Podium waren Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Mona Maier, Tourismusdirektorin von Obertauern, Veronika Kirchmair vom St. Peter Stiftskulinarikum, Djeiran Malek, Director Marketing & Communication bei Ruefa/Österreichisches Verkehrsbüro, Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, sowie Sabina Castrini, Geschäftsführerin von Marco Simonis.





Sehnsucht kennt viele Richtungen
Manche suchen Weite, andere Entschleunigung. Wieder andere wünschen sich eine Reise, auf der gemeinsame Interessen neue Begegnungen ermöglichen. Mit Astrid Steharnig-Staudinger richtete sich der Blick auf die Vielfalt dieser Bedürfnisse und darauf, wie Österreich international als Destination wahrgenommen wird.
Neue Märkte, unterschiedliche Ferienzeiten, Slow Travel und Frauenreisen gehörten zur Gesprächsagenda. Hinzu kam die Frage, wie künstliche Intelligenz die Suche nach dem nächsten Urlaub verändert. Wenn Reiseideen innerhalb von Sekunden verfügbar sind, wird es umso interessanter, welche Bilder und Geschichten von einem Land hängen bleiben.
Auf der Piste entsteht Verbindung
Für Mona Maier hat ein gemeinsamer Skitag eine Bedeutung, die über sportliche Erlebnisse hinausreicht. Mit ihrem Herzensprojekt SHESKIS in Obertauern bringt sie Frauen zusammen und rückt die Brustkrebsvorsorge ins Bewusstsein. Ein Anliegen, das Bewegung, Austausch und Engagement miteinander verbindet.
Die Gesprächsfragen widmeten sich der Entstehung des Projekts und der Mobilisierung des Ortes. Auch Obertauern als Familiendestination, Angebote für Frauen und die Entwicklung von Sommer- und Herbsttourismus gehörten dazu. Es ging darum, wie eine Region ihre Stärken weiterentwickelt und dabei Raum für Neues schafft.
Ein historisches Haus, ein heutiger Blick
Alte Mauern bringen Geschichten mit. Wie sie weitererzählt werden, entscheidet sich in der Gegenwart. Veronika Kirchmair hat gemeinsam mit ihrem Mann das St. Peter Stiftskulinarikum in Salzburg übernommen und in die Zukunft geführt. Ihr Beitrag bot den Rahmen für einen Blick auf die Kunst des Gastgebens: auf Räume mit eigener Atmosphäre, sorgfältig gesetzte Dekorationen und das Zusammenspiel von Kulinarik und Ambiente. Denn ein besonderer Restaurantbesuch beginnt häufig schon, bevor der erste Teller auf dem Tisch steht.
Ebenso vorgesehen war der Austausch über Frauen in der Spitzengastronomie, die Bindung von Fachpersonal und Kirchmairs persönliche Vision für den Betrieb.
Genuss mit vielen Facetten
Wie vielseitig ein gastronomischer Ort heute sein kann, zeigte die Perspektive von Sabina Castrini, Geschäftsführerin von Marco Simonis. Das Konzept verbindet eine Greißlerei mit regionalen Produkten, das „Extrazimmer/Wohnzimmer“ als Restaurant und Eventlocation sowie ein Cateringunternehmen. Etwas Gutes für zu Hause mitnehmen, sich zum Essen verabreden oder einen besonderen Anlass feiern: Die unterschiedlichen Bereiche eröffnen mehrere Zugänge zur selben Genusswelt. Mit ihrem Catering begleitet das Unternehmen zudem Veranstaltungen außerhalb der eigenen Räume.
Castrini gab spannende Einblicke in die Gastronomie von morgen und ergänzte die Runde um ihre Erfahrungen mit diesem Zusammenspiel von regionalem Angebot, Restaurantbetrieb und Eventkultur.
Maßgeschneidert statt wahllos
Eine Fülle von Vorschlägen ist noch keine Reise, die sich richtig anfühlt. Djeiran Malek brachte dazu die Perspektive von Ruefa und dem Österreichischen Verkehrsbüro ein. Digitale Recherche und KI eröffnen Möglichkeiten; persönliche Beratung hilft, daraus eine stimmige Auswahl zu treffen.
Die Idee der Reise-Boutique gibt diesem Ansatz einen passenden Namen. Erfahrung, Marktkenntnis und ein aufmerksamer Blick auf individuelle Wünsche werden zur Grundlage maßgeschneiderter Angebote. Entscheidend ist, ob eine Route zum eigenen Rhythmus passt, ein Hotel die gewünschte Atmosphäre bietet und aus einzelnen Buchungen ein rundes Erlebnis wird.
Gastfreundschaft beginnt hinter den Kulissen
Wer über die Zukunft des Tourismus spricht, kommt auch auf den Alltag seiner Beschäftigten zu sprechen. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner ergänzte die Runde um diese politische Perspektive. Die in den Unterlagen vorgestellte Strategie „Vision T“ richtet den Blick bis 2035 auf stärkere Betriebe, attraktive Arbeitsplätze und einen Tourismus, der den Regionen zugutekommt.
Für Frauen spielen dabei planbare Arbeitszeiten und passende Kinderbetreuung eine wesentliche Rolle. Auch die Verteilung von Beschäftigung und Auslastung über das gesamte Jahr gehörte zu den Schwerpunkten. Weitere Themen waren der Generationenwechsel in familiengeführten Betrieben, Unterstützung bei der Nutzung von KI und der Schutz vor manipulierten Online-Bewertungen.
Perspektiven, die weiterführen
Internationale Positionierung, persönliche Beratung, gewachsene Tradition und neue Angebote: Der Gipfelstürmerinnen Talk führte unterschiedliche Erfahrungen zusammen. Gerade darin liegt der Reiz eines solchen Austauschs. Was aus Sicht einer Destination wichtig erscheint, bekommt durch den Blick einer Gastgeberin, einer Reiseexpertin oder der Politik weitere Facetten.








