
Mit einer feierlichen Preisverleihung am Christine Nöstlinger-Campus in der Leopoldstadt wurde Autorin Elisabeth Steinkellner mit dem Christine-Nöstlinger-Preis 2026 geehrt. Zwischen literaturbegeisterten Schüler:innen, kreativen Darbietungen und viel Lesefreude wurde einmal mehr sichtbar, wie lebendig Christine Nöstlingers Vermächtnis bis heute ist.
Ein Fest für das Lesen und die Literatur
Große Bühne für große Kinderliteratur: In der Volksschule am Christine Nöstlinger-Campus in der Leopoldstadt wurde der Christine-Nöstlinger-Preis 2026 an Elisabeth Steinkellner verliehen. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler überreichte die Auszeichnung inmitten engagierter Schülerinnen und Schüler – und machte sich dabei gleich selbst ein Bild davon, wie präsent Christine Nöstlingers Werk noch heute in den Klassenzimmern ist. Mit Fragen zu den bekanntesten Kinderbüchern der 2018 verstorbenen Autorin testete sie das Wissen der Kinder – mit beeindruckendem Ergebnis: Die jungen Leser:innen kannten sämtliche Werke.
Noch mehr Begeisterung zeigten drei Schulklassen, die sich in kreativen Teamarbeiten mit Leben und Werk der Autorin auseinandergesetzt hatten. Mit originellen künstlerischen Darbietungen wurde die Preisverleihung zu einem farbenfrohen Fest des Lesens und zu einer liebevollen Hommage an eine der prägendsten Stimmen der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur.
Eine Autorin mit Haltung und Feingefühl
Der Christine-Nöstlinger-Preis wird seit 2021 jährlich von der Stadt Wien Kultur, Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Mit Elisabeth Steinkellner geht die Auszeichnung 2026 an eine Autorin, die seit Jahren mit einfühlsamen und klugen Texten begeistert.
Steinkellner veröffentlicht seit 2010 Lyrik und Prosa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und wurde für ihr literarisches Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet. 2026 wurde sie zudem für zwei der renommiertesten internationalen Preise der Kinderliteratur nominiert: den Hans Christian Andersen Award sowie den Astrid Lindgren Memorial Award. Ihre Bücher sind mittlerweile in zwölf Sprachen erschienen.
In Christine Nöstlingers Geist weitergeschrieben
Besonders berührend fiel das Statement von Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz aus, den Töchtern der verstorbenen Autorin. Sie würdigten Elisabeth Steinkellner als Schriftstellerin, die genau jene Haltung verkörpere, für die Christine Nöstlinger stets stand: einen empathischen Blick auf die Lebensrealität junger Menschen und den Mut, auch schwierige Themen ehrlich, humorvoll und auf Augenhöhe zu erzählen.
Mit dieser literarischen Handschrift reiht sich Steinkellner in eine Tradition ein, die Kinder und Jugendliche ernst nimmt – und ihnen Literatur zutraut, die mehr kann als bloß unterhalten.
90 Jahre Christine Nöstlinger: Das Jubiläumsjahr bringt Neuerscheinungen
Die diesjährige Preisverleihung steht zudem im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Am 13. Oktober 2026 hätte Christine Nöstlinger ihren 90. Geburtstag gefeiert. Anlass genug, ihr Werk erneut ins Rampenlicht zu rücken und einer neuen Generation von Leser:innen zugänglich zu machen.
Geplant sind zahlreiche Neuerscheinungen und Neuauflagen, darunter ein Sammelband der Mini-Geschichten, eine neue Ausgabe von Maikäfer, flieg! sowie ein Band mit den beliebten Franz-Geschichten. Besonders spannend für Fans: Mit Marie und die Wolke erscheint erstmals ein bislang unveröffentlichtes Kinderbuch von Christine Nöstlinger im echomedia buchverlag.
Literatur, die bleibt
Die Preisverleihung am Christine Nöstlinger-Campus machte eindrucksvoll deutlich, dass gute Kinderliteratur Generationen verbindet. Zwischen Schulaufführungen, Buchwissen und literarischer Begeisterung wurde sichtbar: Christine Nöstlingers Geschichten leben weiter – und mit Autorinnen wie Elisabeth Steinkellner wird ihr Geist in der Gegenwartsliteratur kraftvoll fortgeschrieben.

