Wie geht Erfolg neu?

In der Frühlingsausgabe des look! Magazins denkt Uschi Pöttler-Fellner in ihrem Editorial darüber nach, was Erfolg heute eigentlich bedeutet. Zwischen persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Veränderungen stellt sie eine Frage, die viele beschäftigt: Muss Erfolg wirklich noch so aussehen wie früher – oder ist es Zeit, ihn neu zu definieren?


Erfolg – ein Begriff, der Fragen aufwirft

Ganz ehrlich, mit dem traditionellen Begriff „erfolgreich“ tue ich mir schwer. Schon oft wurde ich gefragt, was denn das „Geheimnis meines Erfolges“ sei bzw. „Wie wird man so erfolgreich wie du?“. Mich machen solche Fragen ein bisschen ratlos. Weil Erfolg in meinen Augen weder eine bestimmte Karriere noch ein breiter Bekanntheitsgrad ist und schon gar nichts mit gängigen Statussymbolen zu tun hat.
Geheimnis? Gibt’s keines, außer möglichst authentisch zu sein in dem, was ich mache. Kurz zusammengefasst würde ich sagen: Erfolg ist, was man in sich spürt, wenn man selbst manchmal stolz auf sich ist.

Erfolgsmodelle von gestern

Deutlich spürbar ist, dass Erfolgsmodelle, die unsere Eltern und Großeltern gelebt haben – und mit denen wir sozialisiert wurden –, nicht mehr tragfähig sind: Lineare Karrieren. Permanente Verfügbarkeit. Konkurrenz statt Kooperation. Fällt alles unter „Erfolg von gestern“.

Wenn Sicherheiten brüchig werden und die Welt ins Wanken gerät, braucht Erfolg neue Zugänge. Erfolg neu denken heißt aktuell nicht nur „Wie hoch ist mein Gehalt?“, sondern vor allem auch „Wie selbstbestimmt ist mein Weg – und wie stimmig fühlt er sich für mich an?“.

Mehr als Geld

Geld ist wichtig, denn finanzielle Unabhängigkeit ist eine Grundlage von Selbstbestimmung und für mich (geprägt von einer UnternehmerInnen-Mama, für die Selbstständigkeit das höchste Gut war) die Grundlage jeder Empowerment-Idee. Genauso wichtig sind aber neue Erfolgsmaßstäbe wie Sinn, Gesundheit, Zeit, Gestaltungsspielraum, Beziehungen und der gesellschaftliche Impact.

Sinn schlägt Status. Und Sicherheit ist relativ. Das haben wir die letzten Jahre gelernt. Und auch, dass uns das Beziehungskapital stabiler durch Krisen trägt als nur finanzielles Kapital. Denn Erfolg ist vor allem Beziehung – zu uns selbst.

Mehr dazu in der neuen Ausgabe des look! Magazins.